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Entstehung

Der Südfriedhof wurde in den Jahren 1899 bis 1901 angelegt und am 1. April 1901 für Bestattungen eröffnet. Er war – neben dem fünf Jahre zuvor eingeweihten Kölner Nordfriedhof im Stadtteil Weidenpesch – als Entlastung für den zunehmend voll belegten Melaten-Friedhof konzipiert, welcher bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der einzige zentrale nicht-konfessionelle Großfriedhof der inzwischen gut 300.000 Einwohner zählenden Stadt war. Der ursprüngliche Teil des Südfriedhofs war ein etwa 20 Hektar großes, von der Kendenicher Straße, dem Höninger Weg (südlich des Höninger Platzes) und dem Kalscheurer Weg umschlossenes trapezförmiges Areal, wobei die beiden letzteren Straßen im Zuge des späteren Ausbaus des Friedhofs teilweise verlegt werden mussten.

Die Anlage des Südfriedhofs erfolgte nach Entwürfen des Gartenarchitekten Adolf Kowallek, der von 1887 bis 1902 Gartenbaudirektor der Stadt Köln war und in dieser Zeit auch an der Konzeption und Entstehung des Nordfriedhofs sowie etlicher weiterer Grünflächen der Stadt beteiligt war. Kowalleks Entwurf sah schon damals eine parkartige Anlage mit zahlreichen Alleen und Rundwegen vor, wobei das Wegenetz im Gegensatz zu jenem des Melaten-Friedhofs nicht schachbrettartig, sondern eher bogenförmig geschwungen sein sollte. Dies erkennt man am Übersichtsplan des Friedhofs bis heute: Im Gegensatz zu den im Zuge späterer Friedhofserweiterungen hinzugekommenen Flächen, die eine gewöhnliche geradlinige Aufteilung aufweisen, fallen im Bereich des Haupteingangs und des Hochkreuzes bogenförmige Hauptwege sowie rings um das Hochkreuz herum streng kreisförmige Rundwege auf, die durch radiale gerade Wege gekreuzt werden. Darüber hinaus wurden bei der Anlage des Friedhofs zahlreiche Bäume und Sträucher sowohl mitteleuropäischer als auch exotischer Herkunft angepflanzt, die teilweise bis heute erhalten geblieben sind. Der bereits kurz nach seiner Pensionierung 1902 verstorbene Kowallek wurde auch auf dem Südfriedhof beigesetzt; sein Grab befindet sich in der Nähe des Eingangsbereichs.

Friedhofsbauten

Gleichzeitig mit der Anlage der eigentlichen Begräbnisstätte wurden auch Pläne für die zugehörigen Friedhofsbauten, insbesondere die Trauerhalle und das Pförtnerhaus, konkretisiert. Auch sie sollten nicht nur ihren Zweck erfüllen, sondern auch den Eingangsbereich des neuen Friedhofs schmücken. Hierzu plante man, die Bauten in einem an die Neuromanik angelehnten Stil zu errichten. Allerdings dauerte es von der Eröffnung des Friedhofs bis zur Fertigstellung der Bauten noch einige Jahre, unter anderem weil die preußische Regierung anfangs die Baugenehmigung aufgrund der Nähe der geplanten Bauten zu einem Militärstützpunkt am sogenannten äußeren Festungsgürtel der Stadt verweigerte. Erst 1905 wurden das Verwaltungsgebäude, das Gärtnerwohnhaus, das Pförtnerhaus und ein Leichenschauhaus fertiggestellt.

Eine Trauerhalle war bei der Friedhofsanlage zunächst nicht geplant, da ursprünglich davon ausgegangen wurde, dass die meisten Beerdigungen, wie es im 19. Jahrhundert noch weitgehend üblich war, unmittelbar vom Sterbehaus aus stattfanden. Da jedoch im Zuge des raschen Bevölkerungswachstums Ende des 19. Jahrhunderts und, daraus resultierend, der zunehmend beengten Wohnverhältnisse der Arbeiterschicht eine längere Aufbahrung der Verstorbenen zu Hause für viele Familien aus räumlichen und hygienischen Gründen unzumutbar erschien, erkannte man auch in Köln allmählich die Notwendigkeit einer Trauerhalle mit Aufbahrungsräumen. Auch in diesem Fall dauerte es jedoch – ebenfalls aufgrund des Konfliktes mit der preußischen Regierung um den geplanten Gebäudestandort – noch mehrere Jahre, bis die Halle errichtet werden konnte. Die achteckige Trauerhalle rechts des Haupteingangs wurde schließlich im Jahre 1912 fertiggestellt. Die bis heute genutzte Halle beinhaltete von Anfang an auch einen Aufenthaltsraum für Geistliche und Angehörige sowie Leichenaufbahrungszellen. Stilistisch wurde die Trauerhalle an die vier zuvor erbauten Friedhofsgebäude angelehnt.

Weitere in den Anfangszeiten des Friedhofs entstandene Bauten sind ein zu Beginn der 1920er Jahre angelegter und heute nicht mehr genutzter Wirtschaftshof im südlichen Bereich des ursprünglichen Friedhofsgeländes sowie das bis heute genutzte öffentliche Toilettenhäuschen unmittelbar rechts des Haupteingangstores. Dieses Gebäude konnte erst nach längeren Verhandlungen der Stadt mit den Kölner Verkehrs-Betrieben errichtet werden: Da aufgrund der Nähe des Friedhofseingangs und damit auch des geplanten Toilettenhäuschens zur Straßenbahn-Endhaltestelle am Höninger Platz das Straßenbahnpersonal die Toilette mitbenutzen konnte, forderte die Stadt von den Verkehrsbetrieben eine finanzielle Beteiligung am Bau des Gebäudes. Nachdem man sich schließlich auf einen einmaligen Zuschuss geeinigt hatte, erfolgte die Fertigstellung der Toilettenanlage im Jahre 1925.

Von den in der Anfangszeit des Südfriedhofs errichteten Gebäuden sind die Trauerhalle, das Gärtnerwohnhaus und das Toilettenhäuschen erhalten geblieben. Das ursprüngliche Pförtnerhaus und die Leichenhalle wurden während eines Luftangriffs im Jahre 1943 vollständig zerstört. Auch die anderen Friedhofsbauwerke und zahlreiche Denkmäler trugen hierbei unterschiedlich schwere Schäden davon. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Leichenschauhaus nicht wieder aufgebaut; als Pförtnergebäude wurde ein eher provisorischer Zweckbau errichtet. Die Trauerhalle und das ehemalige, mittlerweile an Privateigentümer verkaufte Gärtnerwohnhaus stehen seit 1980 unter Denkmalschutz. Seit den 1990er Jahren gibt es außerdem Bestrebungen, das ursprüngliche Pförtnerhaus mit Hilfe von Spendengeldern wieder zu errichten.

Erweiterungen des Südfriedhofs

Bei der Erstanlage des Südfriedhofs existierten zunächst keine Pläne für eine mögliche Vergrößerung. Vielmehr plante die Stadt Köln ursprünglich, unweit des Stadtzentrums einen neuen Kölner „Zentralfriedhof“ anzulegen, dessen Fläche für eine etwa hundertjährige Nutzungszeit ausreichen sollte. Dieser Großfriedhof sollte sowohl den Süd- als auch den Nordfriedhof ersetzen, deren Kapazität bei der ursprünglichen Größe nur für rund 20 Jahre Nutzungsdauer gereicht hätte. Diese Überlegungen mussten jedoch letztlich verworfen werden, da kein geeignetes Grundstück für einen solchen Zentralfriedhof gefunden werden konnte, ohne der Militärverwaltung wieder einmal in die Quere zu kommen. Statt dessen beschloss man, die bereits angelegten Großfriedhöfe – also den Süd- und den Nordfriedhof – zu erweitern sowie zu deren Entlastung zusätzlich einen weiteren Großfriedhof mit Erweiterungspotenzial anzulegen, was mit der Eröffnung des Kölner Westfriedhofs im Jahre 1917 auch umgesetzt wurde.

Die erste aus Platzgründen fällige Erweiterung des Südfriedhofs erfolgte zwischen 1915 und 1916. Zu diesem Zweck kaufte die Stadt ein zuvor landwirtschaftlich genutztes Gelände unmittelbar südlich des ursprünglichen Friedhofsbereichs. Dies entsprach einer Erweiterung um etwa sieben Hektar. Ähnlich wie bei der ungefähr zeitgleich durchgeführten Anlage des Westfriedhofs wurden bei den Arbeiten zur ersten Erweiterung des Südfriedhofs unter anderem Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg eingesetzt. Bei der Konzeption des Erweiterungsgeländes gab es Forderungen, von der ursprünglichen gärtnerischen Gestaltung abzuweichen, da diese zu unübersichtlich sei. Daher verzichtete man schließlich bei der Erweiterung auf das aufwändige Rundwegenetz und ging zu einer geradlinigen Aufteilung über. Der landschaftliche Charakter des Friedhofs sollte jedoch auch bei der Erweiterung beibehalten werden. Hierzu wurden in den hinzugekommenen Flächen vermehrt Pappeln angepflanzt, da diese aufgrund ihres schnellen Wachstums rasch das Höhenniveau der Bäume im alten Teil erreichen und somit ein einheitliches Gesamtbild der Friedhofsbepflanzung ermöglichen sollten.

Bereits sechs Jahre nach der ersten Erweiterung wurde eine zweite notwendig, da der auf dem ersten Erweiterungsgelände in der Zwischenzeit angelegte Commonwealth-Ehrenfriedhof (siehe hierzu unten im Abschnitt „Ehrenfriedhöfe“) relativ viel Platz beansprucht hatte, so dass die Platzkapazität vorzeitig ausgeschöpft war. Auch für die zweite Erweiterung, die im Jahre 1926 abgeschlossen wurde, erwarb die Stadt Flächen südlich des bereits bestehenden Friedhofsteils, die zuvor unter anderem landwirtschaftlich genutzt wurden. Das rund 20 Hektar große zweite Erweiterungsgelände wurde, wie auch die beiden ersten Grundstücke, im Westen vom alten Kalscheurer Weg und im Osten vom Höninger Weg begrenzt, im Süden reichte es bis an den Alten Militärring heran. Mit der zweiten Erweiterung wuchs der Südfriedhof somit auf fast das Doppelte seiner bisherigen Fläche. Eine Besonderheit dieses zweiten Erweiterungsgeländes ist eine Anhöhe, an der sich bis zu ihrer Sprengung im Jahre 1919 eine preußische Festungsanlage mit Artillerieräumen befand. Auf dieser Anhöhe wurden später Kriegstote aus dem Zweiten Weltkrieg in Massengräbern beigesetzt.

Bei der dritten Friedhofserweiterung, die Ende der 1930er Jahre nötig wurde, wuchs der Friedhof erstmals „in die Breite“. Dazu musste der südliche Teil des Kalscheurer Weges verlegt werden, was bis heute an dem Knick zu erkennen ist, den der Kalscheurer Weg etwas südlich der Kendenicher Straße macht. Insgesamt handelt es sich bei dem dritten Erweiterungsgelände um ein annähernd tropfenförmiges, 11 ha großes Areal, das im Osten an die bestehenden Friedhofsflächen, im Westen an den verlegten Kalscheurer Weg und im Süden an den dort damals bogenförmig verlaufenden Oberen Komarweg (der später bei der vierten Erweiterung ebenfalls aufgelöst wurde) anschloss. Die Grenze zwischen dem ursprünglichen Friedhofsgelände und dem ersten Erweiterungsgelände einerseits sowie dem dritten Erweiterungsgelände andererseits erkennt man bis heute sehr deutlich an den unterschiedlich weit entwickelten Baumbepflanzungen.

Die vierte und letzte Erweiterung des Südfriedhofs wurde im Jahre 1963 vorgenommen. Das etwa fünf Hektar große, ehemals landwirtschaftlich genutzte Erweiterungsgelände schloss dabei an die südwestliche Friedhofsgrenze an und wurde im Süden, ebenso wie der übrige Friedhof, durch den Militärring begrenzt. Der Teil des Oberen Komarwegs, der bis dahin den Friedhof begrenzt hatte, wurde im Zuge der vierten Erweiterung (ähnlich wie der südliche Teil des Kalscheurer Weges im Zuge der dritten) nach Westen verlegt, wo er die neue Friedhofsgrenze bildete. Die ursprüngliche Wegeführung wurde, anders als beim Kalscheurer Weg, nicht komplett aufgelöst, sondern als Allee in das Friedhofswegenetz integriert.

Mit der vierten Vergrößerung erreichte der Südfriedhof 1963 seine heutige Größe von fast 63 ha. Eine abermalige Erweiterung über den Militärring hinaus wurde zwar noch Ende der 1960er Jahre kurz in Erwägung gezogen, musste jedoch aus verschiedenen Gründen verworfen werden. Statt dessen legte die Stadt im Jahre 1969 als Entlastung für den Südfriedhof ein paar Kilometer weiter südlich den Friedhof Steinneuerhof an. Aus heutiger Sicht wäre, angesichts der erheblich zurückgegangenen Anzahl von Bestattungen und der relativen Zunahme platzsparender Urnenbegräbnisse, eine erneute Erweiterung auch nicht erforderlich gewesen.

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