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Grabstätten bekannter Persönlichkeiten

Neben lokal bedeutenden Persönlichkeiten haben auch mehrere über die Stadtgrenzen Kölns hinaus bekannte Künstler, Unternehmer oder Sportler auf dem Südfriedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die bekanntesten Personen, die hier begraben liegen, sind:

Ehrenfriedhöfe

Auf dem Südfriedhof findet man auch zahlreiche Kriegsgräber aus den beiden Weltkriegen sowie zwei eigenständige Soldatenfriedhöfe.

Einer davon ist der Commonwealth-Ehrenfriedhof in Flur 40 auf dem ersten Erweiterungsgelände. Er befindet sich bis heute im Eigentum des britischen Staates und wird von der Commonwealth War Graves Commission (zu deutsch: Kriegsgräberkommission des Commonwealth) betrieben und gepflegt. Hier liegen vor allem die in den beiden Weltkriegen, auch in anderen Regionen Deutschlands, gefallenen Soldaten der Commonwealth-Staaten begraben, aber auch in der Zeit zwischen und nach den Weltkriegen verstorbene Angehörige der Besatzungstruppen. Der Ehrenfriedhof entstand im Jahre 1922 während der Zeit der britischen Besetzung Kölns. Damals erwarben die britischen Besatzer von der Stadt Köln ein zuvor für die Belegung mit deutschen Verstorbenen vorgesehenes, knapp 1,4 ha großes Grundstück auf dem Erweiterungsgelände, um dort ihre Kriegsopfer und Militärangehörigen bestatten zu lassen. Einige Zeit später erwarben die Briten weitere Flächen in der Größe von rund 0,36 ha hinzu. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurden auf diesem Ehrenfriedhof weitere britische Verstorbene bestattet. Insgesamt fanden hier über 3000 Personen ihre letzte Ruhe. In seiner gärtnerischen Gestaltung ist der Commonwealth-Friedhof auf dem Kölner Südfriedhof weitestgehend identisch mit anderen britischen Soldatenfriedhöfen: Auch hier bestimmen einheitliche, weiße Grabplatten aus englischem Portlandsandstein, ein Hochkreuz an der Mittelachse sowie intensiv gepflegte, kurz geschnittene Rasenflächen das Gesamtbild.

Der Italienische Ehrenfriedhof auf dem zweiten Erweiterungsareal wird, wie der übrige Südfriedhof bis auf den Commonwealthfriedhof, heute von der Stadt Köln unterhalten. Dorthin wurden in den 1920er Jahren italienische Kriegsgefangene, die in deutschen Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs verstorben waren, aus verschiedenen Regionen Deutschlands umgebettet. Das gut 0,6 ha große Grundstück des Italienischen Ehrenfriedhofs hatte die italienische Regierung zu diesem Zweck im Jahre 1926 von der Stadt Köln erworben. Insgesamt ruhen hier etwas mehr als 1900 Kriegsgefangene. Den Mittelpunkt der Begräbnisstätte bildet ein mit einem vergoldeten Stern gekrönter Obelisk, um den herum in geraden Reihen einheitliche Grabplatten liegen. Anders als der Commonwealth-Friedhof ist der Italienische Ehrenfriedhof zwar ebenfalls separat eingefriedet, jedoch Eigentum der Stadt Köln und nicht – wie ursprünglich im Vertrag festgelegt – des italienischen Staates. Wie genau es zu dieser Rückübertragung gekommen ist, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Außer den beiden separaten Ehrenfriedhöfen beherbergt der Südfriedhof über nahezu seine gesamte Fläche verteilt Massengräber von militärischen und zivilen Opfern der beiden Weltkriege. Zu nennen ist beispielsweise der 1920 angelegte Ehrenhain im Feld 32 im ursprünglichen Friedhofsteil, wo über 2.500 im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten ruhen. Im zweiten Erweiterungsteil findet man auf der Anhöhe, die, wie bereits erwähnt, bis 1919 als Festungsanlage diente, Gräber von rund 4000 Fliegeropfern des Zweiten Weltkrieges.

Einige sehenswerte Familiengrabstätten

Die ältesten und meist auch architektonisch aufwändigsten Grabstätten auf dem Kölner Südfriedhof findet man im ursprünglichen Teil des Friedhofs. Dabei liegen repräsentative Familiengräber meist direkt an den Haupt- und Rundwegen, während einfache Reihengrabstätten von Anfang an in den hinteren Flurbereichen angelegt wurden. Betritt man den Südfriedhof vom Haupteingang aus und geht den Hauptweg in Richtung des Hochkreuzes entlang, sieht man an den Seiten etliche für die Gründerzeit typische Grabmäler, beispielsweise auf der rechten Seite des Hauptweges die neoklassizistische Grabstätte Melder sowie das im Jugendstil gehaltene Wandgrab der Familie Franz Herrmann.

Ebenfalls an der Allee zwischen dem Haupteingang und dem 1905 errichteten Hochkreuz befindet sich die Wandgrabstätte Hummerich. Sie ist vor allem im Zusammenhang mit einem kuriosen Vorkommnis bekannt: In einer damals noch unbelegten Kammer dieses Grabes wurden von September 1944 bis März 1945 Bargeld und andere geldwerte Vermögensgegenstände der Stadt Köln vor den anrückenden US-Truppen versteckt. Auch einige benachbarte Familiengrabstätten wurden bei dieser Aktion als Versteck für die Schätze der Stadt genutzt. Diese Geschichte erlangte 1985 durch eine Publikation im Kölner Stadt-Anzeiger Bekanntheit.

Gleich gegenüber der Hummerich-Grabstätte sieht man das Grab Mauser, ein säulengestütztes, tempelähnliches Bauwerk mit einem stilisierten Sarkophag im Inneren, auf den sich eine männliche Figur im Gewand stützt, die mit der linken Hand schützend einen Jüngling umfasst. Ebenfalls einem Tempel nachempfunden ist die klassizistische Grabstätte der Familie Steinkrüger aus dem Jahre 1917, die sich gleich rechts hinter dem Hochkreuz befindet. Weiter rechts vom Hochkreuz weg, im Feld 32, fällt das zwischen Sträuchern etwas versteckte, repräsentative Wandgrabmal der Familie Hartmann-Firnich mit einer lebensgroßen Christus-Figur in der Mitte ins Auge.

Die mit Efeu dicht bewachsene Grabstätte Mathieu Olbertz im Feld 32 an der vom Hochkreuz aus nach rechts führenden Allee zählt ebenfalls zu den markantesten und aufwändigsten Denkmälern des Südfriedhofs. Sie fällt vor allem durch die seitlich aufgestellten bronzenen Pfauen auf, die die Ewigkeit andeuten sollen.

Auch die 1920er und 1930er Jahre sind auf dem Südfriedhof mit etlichen zeittypischen Denkmälern vertreten: Beispielsweise die Grabstätte der Familie Fassbender in Flur 15 mit einer 1935 entstandenen weißen marmornen Skulpturengruppe aus vier trauernden Gestalten, die einen Sarg tragen, oder in Flur 24 das Grab Wiemer aus dem Jahre 1938 mit der lebensgroßen Skulptur eines Bergmanns mit Hacke und Grubenlaterne.

Ähnlich wie auf dem Melaten-Friedhof und anderen städtischen Kölner Begräbnisstätten besteht auch für erhaltenswerte Grabstätten des Südfriedhofs für Jedermann die Möglichkeit einer Patenschaft. Hierbei kann man sich ein historisches und vom Verfall bedrohtes Grabmal aussuchen und es in Eigenregie restaurieren lassen. Im Gegenzug erhält man ein lebenslanges Nutzungsrecht an dieser Grabstätte, also das Recht, dort sich oder seine Angehörigen bestatten zu lassen. Ein Beispiel für ein Patenschaftsgrab auf dem Kölner Südfriedhof ist die Grabstätte Mathie in Flur 24, die ursprünglich den Architekten Carl Moritz aufnahm und die durch die 1920 geschaffene Figur eines Pilgers mit Stab auffällt. Das ursprünglich in Köln erprobte Patenschaftssystem für historische Grabmäler hat sich mittlerweile auch in zahlreichen anderen Städten Deutschlands etabliert.

Weitere bemerkenswerte Grabstätten

Grabstätte für Obdachlose

Gewöhnlich werden Obdachlose ohne Angehörige nach ihrem Tod eingeäschert und anonym beigesetzt. Um auch solchen Verstorbenen ein würdigeres Begräbnis zu ermöglichen, wurde auf Initiative der Interessengemeinschaft „Bestattung obdachloser Menschen“ hinter der Trauerhalle (Flur 27) 1997 eine Gemeinschaftsgrabstätte für namentlich bekannte Obdachlose angelegt. Die erste Bestattung dort erfolgte am 14. April 1997. Der Erwerb der für bis zu 144 Urnen ausgelegten Grabstätte sowie die Pflege und weitere anfallende Kosten werden über Spenden finanziert.

Grabstätte Ursula Kuhr

In Flur 78, etwas weiter weg vom Kernbereich des Friedhofs, befindet sich das Grab der Kölner Lehrerin Ursula Kuhr. Sie war eines der Opfer des Attentats von Volkhoven, das im Jahre 1964 insgesamt zehn Menschenleben forderte und bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Ursula Kuhr war eine der beiden dabei getöteten Lehrerinnen: Sie wurde vom Attentäter Walter Seifert erstochen, als sie ihn zu überwältigen versuchte. Daran erinnert die Grabinschrift: "Ursula Kuhr, geb. Erwen, Lehrerin, * 3.10.1939, † 11.6.1964, opferte ihr Leben zum Schutz der ihr anvertrauten Schulkinder in Volkhoven". Links von der Inschrift sieht man die Reliefdarstellung einer Figur, die sich mit Kindern im Schutzmantel gegen die aufkommenden Flammen wendet.

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